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copyright gabi kanera

Fotos: aufgenommen am 31.08.1997 auf dem Open - Festival 1997 in Euskirchen



Die Riege der Boybands hat mit Touché ernst zunehmenden Zuwachs aus Deutschland bekommen. Sie sind keine gecastete Gruppe, sondern fünf junge Männer, die schon vor der Gründung von Touché unterschiedliche Musik gemacht haben. Da ist zunächst Karim, 23 Jahre alt, aus Paris stammend, wo er die ersten fünf Jahre seines Lebens gewohnt hat und sein bester Freund Alexander Geist 24 jährig, begeisterter Sportler und Allienfan. Dann sind da noch die Brüder Frey. Einmal Glenn 22,der ältere der beiden, ist der musikalische Kopf und die erste Stimme des Quintetts. Er ist wie die anderen auch ein Mehrfachtalent, hat die Kunstschule absolviert, zeichnet und malt, spielt seit seinem fünften Lebensjahr Klavier, fing später an zu texten und zu komponieren. Sein jüngerer Bruder Dennis ist erst 16 Jahre alt und das Nesthäkchen in der Band. Der fünfte im Bunde ist der Freund der Frey-Brüder Martin Scholz, mit seinen 27 Jahren der älteste der Band. Er ist Schlagzeuger und hat vor der Gründung von Touché in Punk- und Rockbands Musik gemacht.
Vor kurzem hatte ich Gelegenheit, die fünf sympathischen Jungs von Touché zu treffen und Dennis, den Benjamin der Gruppe und Martin Scholz zu interviewen. Ich fragte Dennis zuerst, wie er es mit seinen 16 Jahren verkraftet, über 300 Tage im Jahr unterwegs zu sein ?

Dennis:
Ganz gut eigentlich. Ich bin eigentlich mit Musik aufgewachsen, weil, Glenn ist mein Bruder, daß weißt du bestimmt, die ganze Familie immer schon Musik gemacht hat. Ich bin schon von klein an mit getourt, auf kleine Konzerte und eigentlich war ich's ein bißchen gewohnt. Ich mein, klar, man ist wie gesagt 300 Tage am Stück unterwegs - ich glaube 320 Tage sogar - und das ist sehr streßig, aber man gewöhnt sich irgendwann daran. Musik ist halt immer das, was ich machen wollte und wenn ich jetzt sagen wollte, - ja, das ist streßig und doch nicht, das wäre schizophren.

Gabi:
Hast du die Schule abgeschlossen, hast du sie auf's Eis gelegt oder hast du einen Privatlehrer?

Dennis:
Ja, erst hab sie aufs Eis gelegt und jetzt habe ich einen Privatlehrer und mache weiter bis zum Abitur-

Gabi:
Wie sieht's mit Freunden aus? Mit sechzehn hat man ja eigentlich noch Freunde mit denen man Fußball spielen geht.

Dennis:
Der Freundeskreis der reduziert sich natürlich. Es kristallisiert sich halt raus, wer seine richtigen wahren Freunde sind. Es gibt echt welche, die sagen jetzt > der Pisser, der steht ja jetzt und ist schwul <. Aber die richtigen Freunde, das sind noch zwei , drei, das sind wirklich meine guten Freunde. Um die kümmere ich mich auch noch.

Gabi:
Und dafür hast du auch Zeit?

Dennis:
Ja, entweder Telefon oder halt, wenn wir mal die 40 Tage frei haben.

Gabi:
Wie ist das, wenn du jetzt mal schlecht drauf bist. Wenn man 320 Tage im Jahr unterwegs ist, man hat mal einen Schnupfen, man hat mal Kopfschmerzen, man hat mal schlechte Laune, man hat einfach mal ein Tief oder du bist irgendwie mal enttäuscht, du mußt immer wieder den Clown, beziehungsweise den Sunnyboy spielen, 1000ende von Mädchen schreien------

Dennis:
Ich spiele den Sunnyboy nicht

Gabi:
du bist es

Dennis:
das will ich nicht sagen, ich bin so wie ich bin, ich verstell mich kein Stück. Schlecht gelaunt oder ein Tiefpunkt habe ich eigentlich nie, ich bin eigentlich immer gut gelaunt. Das klingt blöd und Schnupfen hatte ich auch zuletzt vor drei oder vier Jahren.

Gabi:
Also hat es doch etwas mit der positiven Psyche zu tun, daß man nicht krank wird.

Dennis:
Ja

Gabi:
Also nie, daß man mal traurig ist, daß man mal einsam ist- --- dann sind die Jungs da?

Dennis:
Ja, wir sind sehr gut befreundet miteinander, Glenn ist mein Bruder , ich habe praktisch immer die Familie dabei. OK, man hat schon mal schlechte Laune oder ist irgendwie angepißt, aber dann redet man wieder miteinander und dann ist die Sache wieder in Ordnung.

Gabi:
Geht ihr euch nicht auf die Nerven?

Dennis:
Komischerweise nicht. Es ist ja meistens so, wenn irgendwelche Gruppen gecastet sind, dann, also nicht nur Boygroups, sondern Gruppen, und es wird gesagt du und du und du, ihr versteht euch jetzt , dann ist es meistens so, daß die dann irgendwann merken, wir sind nur gecastet und eigentlich verstehen wir uns gar nicht, wir sind nur geschäftlich zusammen und dann streiten die sich schon mal. Das ist bei uns überhaupt nicht so. Selbst wenn wir mal frei haben, dann treffen wir uns und gehen ins Kino, das ist irre echt.

Touché haben sich als Band vorgenommen, die Fanpräsens zu wahren aber auch, sich von keinem Management Lügengeschichten aufzwingen zu lassen. Das sie es damit ernst meinen, haben sie bewiesen als sie in der Presse zum Teil jünger gemacht wurden oder gemacht werden sollten. So trennten sie sich mutig von ihrem damaligen Management. Sie haben ihre genauen Geburtsdaten in einschlägigen Jugendzeitschriften bekanntgegeben, aber diese haben wohl Schwierigkeiten damit dieses zu begreifen, denn immer wieder wollen sie Martin jünger machen. Vielleicht liegt es aber auch daran, daß Martin so pfiffig und so jugendlich aussieht. Ich habe jedenfalls Martin auf dieses Thema hin angesprochen und gefragt, was er davon hält, wenn immer wieder etwas falsch geschrieben wird.

Martin:
Ist nicht auf meinem Mist gewachsen.

Gabi:
Aber was hälst du davon?

Martin:
Ja gut, ich meine am Anfang wurde natürlich so ein bißchen Verwirrung gestiftet, warum das war, habe ich dir ja erzählt. Unser damaliges Management hat eben darauf bestanden, daß ich das mache. Ich hab halt jetzt gesagt, wie es ist und ich denke, das wird sich auch mit der Zeit dann klären. Daß da jetzt noch nicht alle informiert sind, ist klar und für so wichtig halte ich das auch nicht. Ich denke, es wird irgendwann durch sein und das ist auch gut.
Auf das negative Boygroupklischee angesprochen, sagte er mir:

Martin:
Es ist eben oft so, daß dieser Begriff > Boygroup < mit so einem negativen Effekt behaftet ist. Das immer gesagt wird, > das sind eh nur gut aus- sehende Jungens , die irgendwie nur durch die Gegend hopsen und hin und her < , und wir wollen beweisen, daß wir Musiker sind. Wir wollen Musik machen und das werdet ihr auch auf unserer Tour sehen. Da wird zwar auch Choeographie drin vorhanden sein, was ich persönlich auch ganz gerne mag. Es sieht gut aus und macht Spaß, aber, es wird auch ein großer Teil des Konzertes so aussehen, daß wir selber an unseren Instrumenten sitzen und auch wieder richtig live Musik machen.

Gabi:
Genau, man hört euch auch jedesmal, wenn ihr auftretet, A-Capella singen, ihr habt sehr gute Stimmen.

Martin:
Das ist eben das, was wir beweisen wollen.

Gabi:
Welche Musikrichtung bevorzugst du privat?

Martin:
Ich will mich da eigentlich nicht so auf eine bestimmte Richtung fest- legen. Also ich mag sehr gerne Black-Music , das hat sich in letzter Zeit sehr herauskristallisiert. Das mag aber auch damit zusammen hängen, weil, und das sage ich ganz ehrlich, Glenns Einfluß auch da ist und da fahre ich schon sehr drauf ab. Aber ich höre mir auch gerne mal einen Rocktitel an oder einen Titel von Depeche Mode, oder was weiß ich. Ich möchte also nicht sagen ich höre nur Black-Music oder irgendwie was, aber das ist Favourit

Gabi:
Eure Musik ist ja nun mal sehr Dieter Bohlen geprägt. Habt ihr vor, irgendwann mehr eigene Sachen reinzubringen, wie ihr jetzt schon ein paar Stücke reingebracht habt?

Martin:
Das werden wir sicherlich machen. Das hat ja bisher auch immer sehr gut geklappt, Die Zusammenarbeit mit Dieter und es sind auch schon drei Titel von uns auf der LP und sag mir eine Gruppe, wo das am Anfang so war. Backstreet Boys haben jetzt gerade mal eine Nummer selber gemacht. Da sind wir eigentlich schon ziemlich stolz drauf, daß wir die Möglichkeit hatten, auf unserem ersten Album drei Titel selber zu machen. Ich hoffe, daß es so weiter geht und die Zusammenarbeit mit Dieter klappt gut. Wir tauschen uns ja gegenseitig aus und ich denke, es wird schon klappen.

Drücken wir Touché die Daumen.

Kurz nach dem Interview stand dann fest, daß die Tour von Touché abgesagt wurde. Begruendung: Eine Staffwechselerkrankung von Alex, hatte ihn so geschwaecht, daß er die Strapazen einer Tour nicht durchstehen konnte, was aber nicht heißt, daß Touché nicht immer wieder Auftritte haben. So waren sie unter anderem am 01.05. auf der RPR Fete 98 nachdem sie die vier Tage vorher in China verbracht hatten, wo sie täglich zweimal auf der Buehne standen.
Alex hat sich also offensichtlich wieder einigermaßen erholt.



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