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Take a look vom 23.09.1998

mit Interviewausschnitten von Echt und Kais, alias Helge aus GZSZ

Am Ende der diesjaehrigen Sommerfestivals sollte in Luedenscheid noch einmal ein Riesenspektakel, ein dreitaegiges Open Air Konzert stattfinden. Auf dem Auftrittsplan standen unter anderem auch die Gruppe Echt. Als Flo, Puffi, Kai, Gunnar und Kim in Luedenscheid eintrafen, mußten sie erfahren, daß das Festival abgesagt worden war, weil der Veranstalter mangels verkaufter Karten pleite gegangen war. Die anderen Gruppen waren bereits wieder abgereist. Die Fans, die gekommen waren, sollten wieder nach Hause geschickt werden. Aber nach kurzer Besprechung untereinander, war es beschlossene Sache. Echt traten echt auf, auch ohne Gage. Sie legten eine einstuendige Liveshow auf die Buehne zur Begeisterung ihrer Fans. Sie nahmen sich auch anschließend die Zeit ausgiebig Autogramme zu geben und sich auch fuer ein Interview zur Verfuegung zu stellen. Als die begeisterten Fans waehrend der Show riefen<<< ausziehen, ausziehen >>> meinte Kim lästerhaft, warum das denn, wir sind doch keine Boygroup. Deshalb fragte ich sie spaeter , als was sie sich denn bezeichnen?

Echt:
Wir sind ganz klar eine Band. Wir finden zwar in den gleichen Medien statt, wie Boygroups und angesagte Teenieacts. Aber das ist uns eigentlich ziemlich egal, solange wir die Musik machen koennen, die wir machen wollen. Solange ist uns das ganz egal wie und wo wir stehen, solange die Leute das verstehen, dass wir eine Band sind. Das betonen wir auch immer. Das wir fuenf Jungen sind, da koennen wir nichts zu, das hat mit den x und y Chromosom von dem Vater zu tun, der dann bei dem Geschlechtsverkehr.... Auch wenn wir Maedchen waeren, waeren wir eine Band.

Auf die Frage, ob sie denn etwas gegen Boygroups haben, sagte Flo:

Echt:
Take that fanden wir gut, aber der Rest, der danach kam, ist einfach nur hingestellt, das ist einfach nur Plastik. Da muss man auch keine Namen nennen. Das wollen wir auch nicht, weil das auch uncool ist. Aber das ist einfach nur hingestellt und die bescheissen ihre Fans. Man sieht auch auf den Festivals, auf denen man diese Leute trifft, wie frustriert sie sind, mit dem was sie machen, weil sie eigentlich in Wirklichkeit was ganz anderes machen wollen. Ausserdem spielen sie Playback. Gut, das muss man ab und zu auch mal machen. Kim sagt es sogar meistens wenn es Playback war, dass man sich vielleicht auf einem live-Konzert sieht oder so. Das bringt keinen Spass, es ist aber trotzdem unsere Musik. Deswegen macht es nicht soviel aus, aber es bringt einfach keinen Spass. Wir finden Playback spielen fuer uns persoenlich nicht schoen, aber was wir am Schlimmsten finden ist, wenn die Playback spielen und sagen es sei live. Damit luegen sie ihre Fans an und das ist Schwachsinn. Aus Protest haben wir immer keine Verstaerker auf der Buehne stehen und immer keine Kabel in den Instrumenten, einfach, damit jeder Doedel merkt, dass wir Playback spielen.

Wie bestimmend ihr Management ist wieviel Freiheiten sie haben und ob sie ihre Lieder selbst schreiben, fragte ich sie als naechstes
Echt:
Unser Management? Uns wird da also die groesste Freiheit gelassen, die wir uns vorstellen koennen. Waehrend der Albumaufnahme, kam Jonas, unser Manager, in zweieinhalb Wochen kurz mal fuer zwei Tage vorbei. Nicht um uns zu kontrollieren, sondern um mit uns Spass zu haben und Neuigkeiten auf den Tisch zu legen. Uns wird da voellig freie Hand gelassen und so ist das auch in der Oeffentlichkeit. Stefan Knoest, das ist ein guter Freund von uns, von der sagenhaften Band Yellow White aus Hamburg. Der kennt uns schon seit eineinhalb Jahren und mit dem setzen wir uns hin, und der hilft uns beim Liederschreiben. Also wir schreiben sie nicht komplett allein.

Echt haben eine sehr große Homepage, die regelmaeßig von sehr vielen Fans besucht wird. Www.echt.de. Ich fragte Kim, wer sich darum kuemmert.
Echt:
Es gibt'ne Firma, D'Media heissen die. Die passen auf unsere Homepage auf. Das geht oft kaputt, weil die das alles selber geschrieben haben, aber das ist ok. Da geht das Gaestebuch kaputt, weil zu viele Eintraege sind oder der Chat explodiert, weil zu viele Leute drin sind. Da haben wir halt jemand, der da immer dran ist, der das ueberprueft. Ich bin der Einzige von uns der Internet hat und der auch richtig daran interessiert ist. Das Internet ist klasse, damit hast du 'ne Superchance den Fans etwas mitzuteilen.

Nun sind die Jungs von Echt ja noch sehr jung. Ich wollte wissen, wie sie mit dem Andrang der Fans umgehen.
Echt:
Gestern hatten wir Chaos. Da hatten wir auf einem Stadtfest in Goettingen gespielt. Das konzert war sehr sehr gut, es waren super viele Leute da. Aber unser Auto stand irgendwie 3m vom Backstage entfernt. Die drei Meter zu gehen, war eine der haertesten Kaempfe unseres Lebens. Ich (Kim) habe keine Luft mehr bekommen, weil die uns zusammengedrueckt haben. Mich habendie so ans Auto gedrueckt, dass ich keine Luft mehr bekam. Das ist dann nicht mehr lustig. Ich habe da immer Angst, ich habe richtig grosse Angst. Die sehen dann auch aus wie Biester, die werden dann unberechenbar, das ist unglaublich. Wie Tiere.- (Flo) Man ist natuerlich stolz, weil es ja auch ein Zeichen der Anerkennung ist, da ist man auf jeden Fall stolz. Aber gerade wir wissen jetzt nicht so genau, sind die jetzt eigentlich wirklich wegen der Musik da oder weil sie sich wieder irgendwie die neuestenzeitschriften besorgt haben in denen schicke Poster von uns sind, oder sowas. Man freut sich trotzdem. Wenn da aber solche sind, die so verzweifelt "Kai ich liebe dich" schreien oder die anderen, belaecheln wir das ein bisschen. Wir koennen das nicht so richtig nachvollziehen. Ich war auch in Arielle verknallt, ich konnte mir auch vorstellen, wie sie ist und wie sie aussieht, aber da war ich sieben Jahre alt. Die Leute kennen uns einfach nicht. Sie wissen zwar viel von unserem Privatleben, aber ob das immer alles so richtig ist, weiss man nicht.


In einer Serie, wie Gute Zeiten, schlechte Zeiten, die taeglich zu sehen ist, wechseln im Laufe der Zeit immer wieder mal die Schauspieler. Einige steigen aus der Serie aus und neue kommen dazu. Einer von denen, die erst seit einiger Zeit dabei ist, ist Kais, alias Helge. Meine Kollegin Mery Ammann traf Kais in Leipzig bei den diesjaehrigen Talents und hat sich mit ihm unterhalten.



Kais:
Ja, mein Name ist Kais und ich spiele bei GZSZ den Helge.

Mery:
Was spielst du dort genau?

Kais:
Also Helge ist der Gangfuehrer von der Clique, die neu eingefuehrt worden ist. Ich wechsel mich da eigentlich ab, mal bin ich gut, dann boese, momentan bin ich boese muss ich mal sagen.

Mery:
Wie bist du denn privat, gut oder boese?

Kais: Gut, ja auf jeden Fall. Ich bin das absolute Gegenteil von dem was ich spiele. Es ist ein bisschen schwierig fuer die Leute, das zu unterscheiden. Sie denken, wenn du in der Serie so bist, dann bist du auch in Wirklichkeit so, das gibt dann immer so ein bisschen Spannung.

Mery:
Ist die Rolle jetzt eientlich ein fester Bestandteil und wird sie weiter ausgebaut?

Kais:
Ja, die Rolle sollte eigentlich ein fester Bestandteil sein, aber ich will noch nicht so richtig reinkommen, weil ich weitergehen will in Film und Fernsehen. Ich denke mir, wenn man etwas zu lange in GZSZ ist, besteht die Gefahr, dass man in eine Schublade kommt und dann ist es vorbei. Das will ich mir nicht verbauen. ich will auf jeden Fall flexibel sein koennen, so dass ich jetzt sage, ich muss das naechste Jahr bei GZSZ bleiben, ich will immer flexibel sein koennen, ich gehe oder ich bleibe noch.

Mery:
Aber es gefaellt dir schon dort? Wie haben dich eigentlich die anderen Schauspieler, die schon von Anfang an dabei sind, zum Beispiel Frau Meinhardt oder Daniel, wie haben die dich aufgenommen?

Kais:
Das hat mich eigentlich verwundert, das war echt klasse. Ich hatte keine Probleme gehabt mit denen. Sie haben auch keine Starallueren, man kommt mit denen klasse aus. Es ist eine gute Atmosphaere, jeder macht sein Ding. Letztendlich ist die Arbeit wichtig fuer die Leute. Also nicht irgendwie, dass sie sagen: " ja, wer ist denn das?" oder dass sie sich die Zeit nehmen, dich irgendwie zu mustern. Als ich kam, haben wir uns unterhalten und dann habe ich gemerkt, sie finden mich sympatisch und das hat dann auf Gegenseitigkeit beruht. Jetzt arbeiten wir gut miteinander.

Mery:
Bist du tagtaeglich damit beschaeftigt aufzunehmen oder machst du auch noch andere Dinge?

Kais:
Also ich mache auch noch andere Dinge nebenbei. Jetzt momentar ist eine Jugendsendung im Anmarsch, die werde ich wahrscheinlich moderieren. Dann muss auch noch die Fanpost bearbeitet werden. Ich mache das ja noch alles persoenlich. Dann gibt es auch noch den Schauspielunterricht.

Mery:
Du moechtest es also von der Pike auf lernen?

Kais:
Ja, ich habe jetzt schon seit eineinhalb Jahren Schauspielunterricht genommen. Wir haben auch GZSZ eigene Sprachcoaches. Henriette ist jetzt fuer die Sprache zustaendig. Dann haben wir noch einige Leute, die machen das mit den schauspielerischen Improvisionen und so einige Dinge. Das ist ganz gut. Wo ich hin will? Auf jeden Fall will ich Schauspieler bleiben und auch versuchen mich hier irgendwie zu etablieren in irgendwelchen guten Produktionen, also kein null-acht-sieben Ding. Mal sehen, wo ich dann in zehn Jahren bin.

Mery:
Du hast ja anscheinend, wie ich gelesen habe, bei den Talents angefangen, du warst unter den ersten 10, wie bist du dann eigentlich weitergekommen?

Kais:
Ja, ich habe weiter meinen Traum verfolgt und Schauspielunterricht genommen. Es gab dann das Casting an dem ungefaehr 1000 oder mehr teilgenommen haben. Ich dachte, ich bin nicht genommen, das denkt sicher jeder- ich war scheisse und so -. Aber genau an dem Tag, an dem das Casting war, erfuhr ich schon eine Stunde spaeter, wurde mir gesagt: "du bist genommen" und an diesem Tag hatte ich auch schon meinen ersten Drehtag gehabt, das ging hop und top.

Mery:
Wie ist das bei dir zu Hause. Stehen da schon Fans vor der Tuere oder kannst du eigentlich noch normal leben. Wirst du oft erkannt, wenn du einkaufen gehst?

Kais:
Es hat mich eigentlich verwundert. Ich dachte, da ich nicht so regelmaessig zu sehen bin, aber es ist der Wahnsinn. Was da an Post kommt, das haette ich nie gedacht. Jede Woche so bis hundert Briefe usw., Fans rufen an. Die bekommen die Nummer wohl von der Telekom oder was weiss ich, woher. Sie haben ihre Mittel um daran zu kommen. Auf der Strasse, wenn man dann schon "Helge" hoert, oh mein Gott, aber das gehoert wohl dazu. Ich leb von den Fans und solange das alles auf einer normalen Basis bleibt, bin ich auch gerne bereit dem entgegenzukommen.

Mery:
In der Schauspielschule, wie muss man sich das da vorstellen, also wie lauft da so ein Schultag ab? Was muss man fuer Talente mitbringen?

Kais:
Als erstes, man darf auf gar keinen Fall schuechtern sein, das kann man gleich ablegen. Wenn man hier reinkommt, wird man als erstes gemustert von den Lehrern und von denen, die da mitwirken. Man muss sich praesentieren koennen. Man muss vor denen tanzen, man muss sich zum Idioten machen, wenn man das so sagen kann, du musst grunzen, du musst schreien, du musst alles machen. Man muss auch erst einmal eine Aufnahmepruefung machen und wenn du das ganze dann hinter dir hast, dann kannst du dich gluecklich schaetzen, dass du aufgenommen worden bist. So ein Tag lauft so ab: Man kommt ganz normal rein, wie in der Schule auch. Dann hat man seinen Sprachunterricht, danach kommt hin und wieder Improvisationen, dass heisst, man soll sich Dinge vorstellen, man soll versuchen, das so zu spielen, man spielt das dann auch. Dann gibt's Theater- und Buehnengeschichte und lauter solche Dinge. Es ist ziemlich stessig, also kein Zuckerschlecken.

Mery:
Wenn du auswaehlen koenntest, welche Rolle wuerde dir da so im Hinterkopf schweben, was wuerdest du gerne spielen?

Kais:
Was ich mir vorstellen koennte, waere irgend so ein Boesewicht, das koennte ich mir echt mal vorstellen. So'nen lieben, ja den wuerde ich auch spielen, aber lieb bin ich selbst, dann ist es fuer mich nicht schwer zu spielen. Aber das andere ist eine erausforderung fuer mich und darum denke ich, irgendetwas knallhartes Boeses, wenn mir die Moeglichkeit gegeben wird.

Mery:
Wie sieht es mit Musik aus? Welche Musik hoerst du fuer dich privat?

Kais:
Ich kann jetzt nicht sagen, ich hoere jetzt nur Pop, ich hoere alles quer Beet auf jeden Fall. Madonna mag ich ziemlich gerne und Shade oder soetwas, auf jeden Fall ruhige Sachen. Wenn ich allerdings weggehe, dann will ich HipHop oder House hoeren, damit man sich bewegen kann. Wenn ich mich hinlege und schlafe, dann auf jeden Fall etwas Ruhiges und beim Weggehen sollte es schon knallig sein.

Mery:
Wie gehen deine Freunde damit um, dass du jetzt bekannt bist? Hast du Freunde verloren oder gute Freunde dazu gewonnen?

Kais:
Ja klar, man erkennt erst nach so'ner Sache, wo seine wirklichen Freunde sind. Ich habe einige Freunde verloren, dass heisst Freunde kann ich ja jetzt nicht mehr dazu sagen, es waren ja keine richtigen. Von denen ich gedacht habe, dass sie bleiben, die sind auch geblieben. Klar, die einen gehen davon aus, dass du eingebildet wirst, arrogant, aber dass bin eigentlich nicht, damit lass ich mich auch nicht identifizieren. Die Leute haben einfach so ein komisches Bild im Kopf, das muessen sie dann auch wahrhaben. Wenn das dann nicht so ist, sind sie nicht gluecklich. Aber wie gesagt, meine Freunde, die ich hatte, die ich auch gut schaetze, die habe ich immer noch und die pflege ich auch.

Mery:
Hast du eigentlich einen Fanclub oder wo koennen sich die Maedels hinwenden, die nicht deine Privatadresse kennen?

Kais:
Auf jeden Fal bei GZSZ in der August-Bebelstr. in Potsdam, da haben wir einen Fanclub und da kommt auch alles an. Oder auch an RTL kann man schreiben, wenn man will.

Mery:
Moechtest du noch irgendetwas an deine Fans sagen?

Kais:
Ja, erst einmal DANKE, dass ihr alle so hinter mir steht. Ich werde jeden Brief beantworten und ich freue mich, dass ich so nette Fans habe, ja klasse.

Mery:
Danke und wir wuenschen dir natuerlich sehr viel Erfolg weiterhin und dass du deine Wuensche verwirklichen kannst.
Danke schoen




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